Eingabeformate

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Die Funddatei

Fund-Nr:
Das Feld Fundnummer enthält eine fortlaufende Numerierung der bearbeiteten Runenfunde in der Reihenfolge ihrer Eingabe in die Funddatei. Über diese Nummer erfolgt die Verknüpfung mit den Dateien Deutung, Einzelwörter und Sekundärliteratur.
Es gibt von der Funddatei folgende Verknüpfungsmöglichkeiten zu den anderen Dateien:

1.) Fund -> Deutungen
2.) Fund -> Einzelwörter
3.) Fund -> Sekundärliteratur

Träger:
Das Datenfeld Träger nennt den ersten Teil der allgemein geläufigen Fundbezeichnung des runischen Objekts. Bei dieser Bezeichnung handelt es sich um eine reine Objektbezeichnung, es erfolgt keine weitere Differenzierung in Bezug auf das Material oder die Materialzusammensetzung dieses Objekts: Als Einträge erscheinen hier also z.B. Fibel, Schnalle, Schildbuckel oder Stein. Brakteatenfunde werden zusätzlich mit einem Hinweis auf den Brakteatentyp (A-F) versehen. Die Eingabe erfolgt grundsätzlich in Deutsch.

Objekttyp 1:
Um eine Suche nach Gruppen von bestimmten Inschriftträgern, z.B. Brakteaten oder Waffen, zu ermöglichen, wird im Auswahlfeld Objekttyp 1 eine Zuordnung der im Feld Träger angegebenen Trägerbezeichnung zu einer übergeordneten Trägergruppe vorgenommen. Das Feld enthält folgende Auswahl standardisierter Bezeichnungen von Objekttypen: Brakteaten, immobile Objekte, sonstige mobile Objekte, Trachtbestandteile, Waffen und Werkzeuge/Geräte.

Objekttyp 2:
Das Datenfeld Objekttyp 2 bietet eine Subkategorisierung der Trägergruppen des Datenfeldes Objekttyp 1. Hier werden die Inschriftträger hinsichtlich ihrer Funktion oder des Materials weiter spezifiziert. Den übergeordneten Trägergruppen werden hier folgende standardisierten Subkategorien zugeordnet:

Brakteaten: Brakteatentypen (A-F)
Immobile Objekte: Stein
Sonstige mobile Objekte: Holz, Keramik/Ton, Knochen/Horn, Metall, Stein
Trachtbestandteile: Fibel, sonstiger Schmuck, Gürtel/Riemenbeschläge
Waffen: Defensivwaffe, Fernwaffe, Nahkampfwaffe
Werkzeuge/Geräte: Holz, Keramik/Ton, Knochen/Horn, Metall, Stein

Fundort:
Das Datenfeld Fundort enthält den zweiten Teil der allgemein geläufigen Fundbezeichnung. In Kombination mit dem Feld Träger entspricht dies dem Namen des Runenfundes.
Bei identischen Fundorten wird die in den Standardwerken (siehe hierzu unter Standardausgabe) vorgegebene Numerierung übernommen: Dies trifft im besonderen auf die zahlreichen fundortgleichen Brakteaten zu (vgl. z.B. die Brakteaten von Maglemose I-III). Existieren in älteren Standardausgaben bereits geläufige Objektdifferenzierungen, die nicht mit diesem Schema übereinstimmen, wie z.B. die Fundbezeichnungen "Bügelfibel von Weimar A" oder "Bügelfibel von Weimar B" resp. "Lanzenblatt 1 von Illerup" oder "Lanzenblatt 2 von Illerup", so folgt die Funddatei grundsätzlich dieser bestehenden Terminologie.
Existieren für einen Fund in der Sekundärliteratur dagegen differierende Fundbezeichnungen, so wird grundsätzlich nur eine Bezeichnung für die vorliegende Datenaufnahme ausgewählt. Durch das mit Verweisen versehene Gesamtverzeichnis, das auch diese Fundbezeichnungen enthält (siehe Fundliste), wird es dem Benutzer jedoch ermöglicht, auch über die abweichenden, zumeist älteren Fundbezeichnungen Zugriff auf die zugehörigen Daten zu erhalten.

Landschaft:
Das Datenfeld Landschaft dient in Verbindung mit dem Feld Land (siehe unten) der genaueren Lokalisierung des Fundorts des runischen Objekts. Für Deutschland und Österreich erscheinen hier die Namen der Bundesländer, für die skandinavischen Länder die Landschaftsbezeichnungen bzw., für Dänemark, die Inselnamen oder "Jylland". Alle hier verwendeten Bezeichnungen werden in der jeweiligen Landessprache des heutigen Fundplatzes angeführt.
Für England, das als Fundland nur in Verbindung mit dem Partnerprojekt der Universität Eichstätt von Bedeutung ist, erscheinen hier die Counties.
Bei allen übrigen Runenfunden, die weit außerhalb der üblichen Fundländer liegen, gibt das Feld Landschaft eine grobe Lokalisierung, die durch die beiden Begriffe "Westeuropa" und "Osteuropa" vorgegeben ist.
Ist der Fundort des runischen Objektes nicht mit Sicherheit zu benennen oder ist er unbekannt, so erscheint hier stellvertretend das Zeichen "/ ".

Land:
Bei der Wahl der Bezeichnung der Länder, in denen die einzelnen Fundorte zu lokalisieren sind, waren die heutigen Grenzen und Nationen ausschlaggebend. Abkürzend für diese Landesbezeichnungen werden als Einträge in das Datenfeld Land die jeweiligen Autokennzeichen verwendet. Bei unbekannten Fundorten wird auch hier stellvertretend das Zeichen " / " eingesetzt.

Inschrift:
Bei dem Feld Inschrift handelt es sich um die graphematische Umsetzung der Runenzeichen in lateinische Schriftzeichen; der Eintrag in dieses Feld wird aus der Gesamtheit der in der Deutungsdatei aufgenommenen Lesungen ermittelt. Zusätzlich dient ein bestimmter Zeichenvorrat zur Kennzeichnung von Lücken und unsicheren Lesungen innerhalb der Inschriften. Folgende Richtlinien wurden beim Eintrag in das Feld Inschrift verwendet:

Eingabeformate:
Zeilen Als "Zeilen" werden hier Zeichenkomplexe resp. Schreibeinheiten verstanden; sie werden grundsätzlich untereinander notiert.
| Der senkrechte, von oben nach unten voll durchgezogene Strich dient der Markierung des Zeilenendes; auch bei Inschriften, die nur aus einer Zeile bestehen, schließt dieses Zeichen den Eintrag ab. Inschriften, die im Kreis verlaufen, also kein eigentliches Zeilenende haben, stehen jedoch ohne dieses Zeilenendzeichen.
' Der senkrechte Strich auf halber Höhe der übrigen verwendeten Zeichen dient der Markierung von Worttrennern jeglicher Art.
Leerzeichen

Leerzeichen zwischen den verwendeten Zeichen und Buchstaben stehen nur vor und nach Worttrennern, vor einem Zeilenendzeichen oder an solchen Stellen, an denen auch in der Inschrift selbst ein Zwischenraum vorhanden ist.

Minuskeln

Alle eindeutig lesbaren Runen werden in lateinischen Kleinbuchstaben wiedergegeben; Binderunen werden aufgelöst aber nicht zusätzlich als solche markiert; Wende- oder Sturzrunen werden ebenfalls nicht gesondert gekennzeichnet.

Majuskeln

Alle eindeutig lesbaren nicht-runischen Schriftzeichen werden in lateinischen Großbuchstaben wiedergegeben.

Z

Sonstige Symbole (Swastika u.ä.) werden durch "Z" markiert.

[ ] Eckige Klammern erscheinen überall dort, wo die Inschrift Lücken enthält: Diese Lücken können zum einen durch Verwitterung, Abnutzung oder Reparaturen entstanden sein, zum anderen aber auch auf Abbrüchen oder Bruchstellen im Material beruhen.
[?] Ist die Anzahl der fehlenden Zeichen unklar, so erscheint "?" in der eckigen Klammer.
[2?] Sind sich die Deuter der Inschrift jedoch über die Zahl der fehlenden Zeichen einig, so erscheint zusätzlich zu dem in der Klammer befindlichen Fragezeichen die in den Deutungen genannte Zahl der fehlenden Zeichen.
[3-5?] Sind sich die Deuter über die Anzahl der fehlenden Runen nicht einig, so werden, zusätzlich zu dem Fragezeichen, die kleinste und die größte Zahl als Rahmenwerte in der Klammer angegeben.
[0-1?] Diese Variante erscheint immer dann, wenn bei den Deutern unterschiedliche Meinungen darüber herrschen, ob an der betreffenden Stelle überhaupt ein Zeichen fehlt.
( ) Runde Klammern erscheinen an all den Stellen in der Inschrift, über deren Lesung bei den Deutern Uneinigkeit herrscht oder deren Lesung aufgrund der Beschädigung eines Zeichens als unsicher oder nicht durchführbar gilt. Auch Zeichen, deren Charakter nicht eindeutig bestimmt werden kann, wie dies z.B. bei den sog. "runenähnlichen Zeichen" und "Kapitalisimitationen" der Fall ist, werden in runden Klammern angeführt.
(2?) Werden von den Deutern einheitliche Angaben über die Zahl dieser unsicheren Zeichen gemacht, so wird diese Zahl in der runden Klammer angegeben.
(3-4?) Bestehen bei den Deutern allerdings unterschiedliche Ansichten über die Zahl der vorhandenen, aber nicht sicher lesbaren Zeichen, so werden wiederum die oberen und unteren Rahmenwerte der geschätzten Anzahl in die Klammer eingetragen.

Inschriftcharakter:
In diesem Datenfeld stehen fünf Eingabeoptionen zur Verfügung, die zusammenfassend über den Charakter der verwendeten Zeichen bzw. der Gesamtinschrift informieren. Diese Optionen sind:

run. für  rein runisch
scripta mixta für  Runen und andere Zeichen
cryptica für  Geheimrunen
Futhark für  Runenalphabet bzw. Teile davon
?run. für  runenähnliche Zeichen

Treffen mehrere dieser Optionen zu, so können die betreffenden Eingaben durch ein "+" miteinander verknüpft werden.

Echtheit:
Im Feld Echtheit wird zwischen zwei Eingabemöglichkeiten unterschieden: Ist die Option "???" ausgewählt, so weist dies darauf hin, daß die Echtheit der Inschrift umstritten ist. Findet sich dagegen kein Eintrag in diesem Feld, so handelt es sich um eine in ihrer Echtheit unumstrittene Inschrift.

Standardausgabe:
Im Feld Standardausgabe befinden sich die in den relevanten Runeneditionen geläufigen Fundnummern des jeweiligen runischen Objekts. Handelt es sich um Neufunde oder wird die Runeninschrift in den Standardausgaben nicht genannt, so erscheint hier stellvertretend der Ort der Erstpublikation. Dabei werden folgende Abkürzungen verwendet:

DR Jacobsen, Lis, Erik Moltke. Danmarks Runeindskrifter. København 1941.
SRI Sveriges Runinskrifter. Stockholm et al. 1900ff.
NIæR Bugge, Sophus. Norges Indskrifter med de ældre Runer. Bd. 1. Christiania 1891-1903.
  Bugge, Sophus, Magnus Olsen. Norges Indskrifter med de ældre Runer. Bd. 2. Christiania 1917.
  Olsen, Magnus. Norges Indskrifter med de ældre Runer. Bd. 3. Christiania 1914-1924.
KJ Krause, Wolfgang, Herbert Jankuhn. Die Runeninschriften im älteren Futhark. Göttingen 1966.
O Opitz, Stephan. Südgermanische Inschriften im älteren Futhark, Kirchzarten 21977.
IK K. Hauck et al. Goldbrakteaten der Völkerwanderungszeit, Bd. 1-3. München 1985-1989.
NoR Nytt om runer: Meldingsblad om runeforskning. 1986ff.
Autor + Jahr Für die jeweilige Erstveröffentlichung, wenn die Inschrift (noch) nicht in einem der Standardwerke publiziert ist.

Mehrere Angaben erscheinen immer dann in diesem Feld, wenn ein Runenfund in mehr als einem der genannten Standardwerken aufgeführt ist.

Aufbewahrungsort:
In diesem Datenfeld finden sich Angaben zum aktuellen Verbleib der jeweiligen Runeninschrift: Die Namen der Museen oder sonstigen Aufbewahrungsorte wurden in der Regel in der jeweiligen Landessprache aufgenommen. Befindet sich das runische Objekt noch an seinem ursprünglichen Fundort, so lautet der Eintrag in diesem Datenfeld "in situ"; ist die Runeninschrift dagegen verschollen, verlorengegangen oder zerstört worden, wird das Zeichen "†" eingesetzt.

Bemerkungen:
Im Feld Bemerkungen finden sich Vergleiche mit anderen Inschriften (bei Brakteaten sind dies z.B. Verweise auf modelgleiche Exemplare) oder andere Hinweise, die für die Beurteilung des runischen Objekts von Bedeutung sind.

 

Die Deutungsdatei

Deutungs-Nr:
Dieses Feld enthält eine durchgehende Numerierung der Deutungen in der Reihenfolge ihrer Aufnahme in die Datei. Es dient der Verknüpfung der Datensätze dieser Datei mit den zugehörigen Datensätzen der drei anderen Dateien.
Es bestehen folgende Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen der Deutungsdatei und den anderen Dateien:
1.) Deutung -> Fund
2.) Deutung -> Einzelwörter
3.) Deutung -> Sekundärliteratur

Datierung:
In diesem Feld werden die verschiedenen Datierungen der Autoren mit einer gemeinsamen Deutung gesammelt. Um sie den jeweiligen Autoren zuordnen zu können, werden die entsprechenden Literaturnummern in Klammern beigegeben.
Vorgegeben ist ein Schema mit Zeitangaben in Zwanziger- und Dreißigerschritten (190-210, 210-240, 240-260, 260-290, 290-310, 310-340, usw.), an das die Datierungen der Autoren angeglichen werden. Zeitangaben, die sich überhaupt nicht in das Schema einpassen lassen (z.B. 300-400), können hinzugefügt werden.

Datierungsart:
Hier wird die Datierungsart der deutenden Autoren (ebenfalls mit den entsprechenden Literaturnummern in Klammern) angegeben. Folgende Möglichkeiten sind vorgegeben:

arch. archäologisch
run. runologisch
ling. linguistisch
prag. pragmatisch (bei stilistischen oder textpragmatischen Datierungen)
genealog. genealogisch (z.B. bei den Lister-Steinen)
lit. literarisch
numismat. numismatisch
relgesch. religionsgeschichtlich
ikonograph. ikonographisch
hist. historisch (Datierung nach hist. Ereignissen, z.B. bei Pietroassa)

Bei mehreren Datierungsarten besteht die Möglichkeit der Kombination mit "+" (ohne Zwischenräume), z.B. "arch.+run.". Gibt keiner der Autoren eine Datierungsart an, wird in das Feld "/ " eingegeben.

Sprachgruppe:
Die Zuordnung zu einer Sprachgruppe erfolgt in der Regel nach den Angaben der deutenden Autoren, sollte also dem entsprechen, was im Feld Sprache steht (also z.B. "sg.", wenn der Autor "althochdeutsch" angibt). Wenn ein Autor sich nicht zur Sprache der Inschrift äußert, nehmen die Projektmitarbeiter eine Zuordnung vor. Ausschlaggebend ist dabei der Sprachstand der Inschrift; nur bei eindeutig nordgermanischen, ostgermanischen oder anglofriesischen Kennzeichen wird eine entsprechende Zuordnung vorgenommen. Es gibt jedoch auch zusätzlich geographische Kriterien, z.B. bei Südgermanisch.
Möglich sind folgende Alternativen:

eg. ostgermanisch/East Germanic
wg. westgermanisch/West Germanic
sg. südgermanisch/South Germanic (für das bairisch-alamannische Gebiet im 6./7. Jh.)
ng. nordgermanisch/North Germanic (für die Inschriften nach 700, bzw. solche, die bereits Synkope aufweisen)
nwg. nordwestgermanisch/North-West Germanic (für Inschriften ohne eindeutige dialektale Kennzeichen), eine pragmatische Lösung, die nichts über die Existenz einer nordwestgermanischen Sprache aussagen soll
anglo-frs.  anglofriesisch/Anglo-Frisian
/ wenn keine sprachliche Zuordnung möglich ist

Sprache:
In diesem Feld werden die Angaben gesammelt, die die Autoren zur Sprache machen; entsprechende Literaturnummern werden in Klammern beigegeben. Es wird nicht vermerkt, ob ein Autor die Entscheidung für eine Sprache aus runologischen, geographischen oder sprachlichen Gründen fällt. Macht der Autor keine Angaben zur Sprache, wird in das Feld "/ " eingegeben.

Lesung:
Hier wird die Lesung des Autors wiedergegeben. Dabei werden auch Angaben, die der Autor im laufenden Text macht, berücksichtigt und in die verwendeten Standardformate umgesetzt.

Eingabeformate:
Zeilen Darunter werden Zeichenkomplexe, bzw. Schreibeinheiten verstanden, die durch eine ununterbrochene Abfolgen von Runen, die in derselben Richtung gelesen werden, gekennzeichnet sind. Sie stehen untereinander.
| Ein senkrechter Strich mit ganzer Zeilenhöhe markiert das Zeilenende, auch bei Inschriften, die nur aus einer Zeile bestehen. Inschriften, die im Kreis verlaufen und somit kein eigentliches Zeilenende haben (z.B. Inschriften auf Brakteaten), stehen ohne diesen Strich.
' Ein senkrechter Strich mit halber Höhe steht für einen oder mehrere Worttrenner.
Leerzeichen
Leerzeichen stehen vor und nach einem Worttrenner, vor einem Zeilenendzeichen und an den Stellen, an denen bereits in der Inschrift ein Zwischenraum vorhanden ist.
Minuskeln Für eindeutig gelesene Runen stehen Kleinbuchstaben. Binderunen werden aufgelöst, aber nicht extra bezeichnet. Wende- oder Sturzrunen werden nicht bezeichnet.
Majuskeln Für eindeutig gelesene nichtrunische Schriftzeichen (lateinische Buchstaben) werden Großbuchstaben verwendet.
Z steht für runenähnliche Zeichen, Kapitalisimitationen, Symbole etc.
[ ] Eckige Klammern markieren die Stellen in der Inschrift, an denen etwas fehlt (Lücken, Abbrüche, Verwitterungen im Material usw.). Dabei gibt es folgende Möglichkeiten, die Angaben der Autoren zu diesen Stellen wiederzugeben:
[?] die Anzahl der fehlenden Runen wird nicht angegeben,
[2?] der Autor macht eindeutige Angaben zur Anzahl der fehlenden Runen,
[3-5?] der Autor legt sich nicht auf eine Angabe fest,
[0-?] es ist unklar, ob die Inschrift an einer Stelle überhaupt weitergeht (z.B. bei Abbrüchen).
( ) Runde Klammern markieren Stellen mit unsicheren Lesungen. Es gibt folgende Möglichkeiten, die Angaben der Autoren wiederzugeben:
(3?) Bei beschädigten und nicht gelesenen Runen wird deren Anzahl wiedergegeben
(ehw)  Bei beschädigten aber lesbaren und vorhandenen aber fraglichen Runen werden diese transliteriert.
(e 1? w)  Wenn beides miteinander vorkommt, erfolgt die Wiedergabe in einer Klammer.
... Drei Punkte erscheinen, wenn ein Autor zu einem Teil einer Inschrift keine Angaben macht oder angibt, es sei nicht möglich, diesen Teil der Inschrift zu lesen.

Deutung:
In diesem Feld wird die Deutung des Autors wiedergegeben. Unsichere Lesungen, "Verbesserungen" des Autors, aufgrund sprachlicher Kriterien erschlossenen Formen, Ergänzungen von Lücken und Bruchstellen usw. werden dabei markiert. Die Eingabe erfolgt fortlaufend. Zeilen- und Worttrenner aus der Lesung werden nicht übernommen.

Eingabeformate:
Leerzeichen stehen zwischen den Wörtern, vor und nach Begriffsrunen, vor und nach den drei Punkten, die eine fehlende Teildeutung markieren.
Punkte sind die einzigen Satzzeichen, die verwendet werden. Kommt in der Deutung des Autors ein Frage- oder Ausrufezeichen vor, wird dieses mit einem Punkt wiedergegeben. Andere Satzzeichen werden nicht übernommen.
Längenzeichen, die der Autor setzt, werden übernommen.
Großschreibung  erfolgt nur bei Namen (PN, PLN, NAM). Satzanfänge werden kleingeschrieben.
Begriffsrunen  werden nicht aufgelöst. Sie werden im Feld Deutung als Minuskeln mit Leerzeichen davor und danach wiedergegeben. Im Feld Übersetzung wird eine Übersetzung ihres Begriffswertes gegeben, im Feld Syntax erscheinen sie als "B".
Zeichen  werden aufgelöst, wenn sie als Runen gelesen und gedeutet werden. Werden sie als Symbol gedeutet, erscheinen sie in den Feldern Deutung, Syntax und Übersetzung als "Z", handelt es sich bei ihnen um ornamental verwendete Runen, erscheinen sie als "O".
A In der Inschrift gelesene "A" sind immer in der Deutung repräsentiert, auch wenn sie nicht zur grammatisch korrekten Form des gedeuteten Wortes gehören, und werden als "a" wiedergegeben.
Klammern  aus der Lesung werden vollständig übernommen. Zusätzlich werden eckige und runde Klammern in folgenden Fällen verwendet:
[ ] Eckige Klammern werden für Hinzufügungen des Autors verwendet. Hierzu zählen Ergänzungen von Lücken oder Bruchstellen, eingesetzte Vokale, vom Autor "verbesserte" Fehler des Ritzers, willkürliche Ergänzungen der Lesung durch erschlossene Laute oder Wörter usw.,

z.B. Lesung: mkmrlawrta -> Deutung: m[i]k M[e]r[i]la w[o]rta.

Eckige Klammern werden nicht verwendet, wenn es sich bei der Deutung um die Umsetzung runischer Schreibkonventionen (Einfachschreibung bei Doppelkonsonanz, Weglassen von "n" vor Konsonant etc.) handelt,

z.B. Lesung: ligi -> Deutung: liggi;

Lesung: widuhudaz -> Deutung: Widuhundaz

( )  Runde Klammern markieren Interpretationen, die der Autor auch bei eindeutigen Lesungen vornimmt,

z.B. eindeutige Lesung: wrilu -> Deutung: wri(t)u

? Ein Fragezeichen steht für den Fall, daß ein Autor für eine ganze Inschrift keine Deutung gibt oder die Inschrift ausdrücklich für undeutbar erklärt.
...

Drei Punkte stehen für die Teile einer Inschrift, die der Autor nicht deutet.

Deutsche Übersetzung/englische Übersetzung:
Um eine Benutzung der Datenbank sowohl für deutsch- als auch für englischsprachige Benutzer zu gewährleisten, werden hier zwei Übersetzungen geboten. Dabei werden die Übersetzungen der Autoren oft nicht wörtlich übernommen, auch wenn sie in einer der beiden Sprachen gegeben werden. Dadurch wird eine größere Einheitlichkeit und somit Vergleichbarkeit der Übersetzungen erreicht. Außerdem muß hier auf die Beschränkung der Zeichenzahl auf 254 pro Feld Rücksicht genommen werden, wodurch es, besonders bei längeren Inschriften, nicht möglich ist, erklärende Zusätze zu übernehmen. Die Eingabeformate sind für beide Felder gleich.

Eingabeformate:
Klammern aus Lesung und Deutung werden in diese Felder nicht übernommen.
Namen  NAM (also anderweitig nicht belegte Personen- oder Ortsnamen) werden zunächst wiedergegeben und dann mit einer Übersetzung in Klammern versehen,
z.B. Deutung: Rannja -> Übers.: Rannja (= Anrenner)
PN (anderweitig belegte Personennamen) werden nicht übersetzt, sondern nur wiedergegeben.
FUTHARK  wird für ein ganzes Runenalphabet oder Teile davon verwendet.
Gedankenstriche  stehen zwischen syntaktisch unverbundenen Wörtern oder Satzteilen.
? Ein Fragezeichen steht für den Fall, daß ein Autor für eine ganze Inschrift keine Übersetzung angibt.
...  Drei Punkte stehen, wenn Inschriftenteile nicht übersetzt werden.
Leerzeichen 

stehen vor und nach Bindestrichen und den drei Punkten, die eine fehlende Teildeutung markieren.

Syntax:
In diesem Feld wird eine Wiedergabe der syntaktischen Struktur der Deutung versucht. Da viele Autoren hierzu gar keine oder nur indirekte Angaben machen, besteht der Inhalt dieses Feldes z.T. aus eigenen Ergänzungen.
Es werden, analog zur Notationsweise der Wortdatei, folgende Abkürzungen verwendet:

S1-7/1-3 Substantiv (Kasus/Numerus)
PN1-5 auch anderweitig belegter Personenname (Kasus)
PLN1-4 Ortsname (Kasus)
NAM1-4 Name (weder PN noch PLN; nur Pluralformen mit Numerus)
ADJ1-4/1-3 Adjektiv (Kasus/Numerus)
ADV Adverb
persPRON1-4/1-3 Personalpronomen (Kasus/Numerus)
demPRON1-4/1-3 Demonstrativpronomen (Kasus/Numerus)
possPRON 1-4/1-3 Possessivpronomen (Kasus/Numerus)
relPRON1-4/1-3 Realativpronomen (Kasus/Numerus)
interPRON  Interrogativpronomen
indefPRON Indefinitpronomen
INT Interjektion
NEG  Negation
CONJ  Konjunktion
PRP  Präposition
POSTP  Postposition
NUM1-4  Numerale (Kasus)
V finites Verb (genauere Bezeichnung nur in der Wortdatei)
Vinf  Infinitiv
Vpps  Partizip Präsens
Vppt  Partizip Präteritum
Vcop  Kopula
B Begriffsrune
Z Zeichen, Symbol, o.ä.
ornamental verwendete Rune
FUTHARK Futhark oder Teile davon
Pluszeichen stehen nur zwischen syntaktisch verbundenen Wörtern. Zwischen enklitisch verbundenen Wörtern steht kein Pluszeichen.
Worttrenner stehen zwischen syntaktisch unverbundenen Wörtern.
Punkte  stehen am Satzende. Als Sätze werden nur solche syntaktischen Verbindungen aufgefaßt, die ein Verb enthalten.
Leerzeichen stehen nach Punkten, vor und nach Worttrennern und den drei Punkten, die eine fehlende Teildeutung markieren.
Klammern  aus Lesung und Deutung werden nicht übernommen.
? Fragezeichen stehen, wenn für eine ganze Inschrift keine Deutung vorliegt.
...

Drei Punkte werden, analog zur Verwendung in den Feldern Deutung und Übersetzung, für diejenigen Inschriftenteile verwendet, für die keine Deutung gegeben wurde.

Wahrscheinlichkeit:
Hier wird eine, allerdings sehr zurückhaltende, Bewertung der Deutung vorgenommen. Es gibt für dieses Feld folgende Alternativen:

+ Bei hoher Wahrscheinlichkeit der Deutung wird hier ein Pluszeichen eingegeben.
leer Wenn die Deutung möglich ist, aber keine eindeutig positive Entscheidung gefällt werden kann, bleibt das Feld leer.
~ Die Tilde wird verwendet, wenn schon der Autor selbst seine Deutung nur unter Vorbehalt vorlegt.
-

Bei geringer Wahrscheinlichkeit der Deutung (etwa wenn sie auf einer sehr unsicheren Lesung beruht oder durch unzählige Ergänzungen sehr stark von der Lesung abweicht) wird hier ein Minuszeichen eingegeben.

Varianten:
Am Ende der Auswertung wird hier die Anzahl der aufgenommenen Deutungen eingegeben.

Bemerkungen (MEMO):
In dieses Feld kommen ergänzende Angaben zu den Deutungen, die in kein anderes Feld passen: Anmerkungen und Erklärungen des Autors, Hinweise auf ähnliche Inschriften, Anmerkungen und Kommentare von den Projektmitarbeitern.

 

Die Wortdatei

Wort-Nr.:
Das Feld Wortnummer enthält eine fortlaufende Numerierung der aus den Deutungen entnommenen Einzelwörter in der Reihenfolge ihrer Eingabe in die Wortdatei. Über dieses Feld erfolgt die Verknüpfung der Datensätze der Wortdatei mit den Datensätzen der übrigen Einzeldateien. Es sind folgende Verknüpfungen möglich:

1.) Einzelwort -> Fund
2.) Einzelwort -> Deutung
3.) Einzelwort -> Sekundärliteratur

Diese Verknüpfungen werden unter folgenden Bedingungen erstellt:

1.) Jedes Wort wird mit den Fundnummern aller Inschriften verknüpft, in denen das Wort von einem Autor gedeutet wurde.
2.) Jedes Wort wird mit allen Deutungen verknüpft, in denen es vorkommt.
3.) Ein Wort wird nur dann mit einer Literaturangabe verknüpft, wenn sich der Autor auch tatsächlich zu dem Wort äußert. Wenn das Wort nur in der Deutung vorkommt, der Autor aber keine näheren Angaben zu Form, Bildungsweise o.ä. macht, wird diese Verbindung nicht hergestellt!

Wort:
Die Eingabe in das Datenfeld Wort erfolgt in der Form, in der das jeweilige Wort in der Deutung erscheint.
Runde und eckige Klammern entfallen bei der Eingabe in dieses Feld; hochgestellte "a" aus der Deutung werden übernommen.
Es werden nur Wörter aufgenommen, deren entscheidende Teile auch schon in der Lesung erscheinen. Wörter, die zum größten Teil ergänzt sind, werden nicht in die Wort­datei aufgenommen. Zweifelsfälle werden zunächst aufgenommen und mit "*" markiert. Über ihre endgültige Aufnahme wird später entschieden.
Homonyme werden mehrfach aufgenommen und fortlaufend durchnumeriert; die Numerierung erscheint dabei in runden Klammern hinter der Wortform, z.B. "salu (1)" und "salu (2)".

Komposita werden dreifach aufgenommen:

1.) Das Kompositum selbst: Dabei bleiben die Felder Phonologie, Germanisch, Ablaut und Wurzel leer, sie werden nur für die Einzelglieder bestimmt.
2.) Das Erstglied, das durch den Zusatz "(1E)" (= first element) gekennzeichnet ist.
3.) Das Zweitglied, das durch den Zusatz "(2E)" (= second element) gekennzeichnet ist.

So erscheint z.B. das in der Deutungsdatei im Feld Deutung belegte Wort "Leubwini" in der Wortdatei mit den Einträgen "Leubwini", "leub(1E)" und "wini(2E)".

Wörter, die sowohl als Kompositionsglieder als auch einzeln vorkommen, werden doppelt aufgenommen, z.B. "alu" und "alu(1E)".
Enklitisch Verbundenes erscheint in der Wortdatei getrennt; der Vokal, der beiden Wörtern "gemeinsam" ist, wird dabei bei einem der beiden Worteinträge ergänzend hinzugefügt: vgl. hierzu z.B. die Auflösung von "ha[i]teka" aus dem Feld Deutung in der Deutungsdatei in die Worteinträge "hait" und "eka" in der Einzelwortdatei.

Wortklasse:
Das Datenfeld Wortklasse ist ein Auswahlfeld mit folgenden Eingabeoptionen:

S für Substantiv   V für finite Verbformen
PN für Personenname   Vinf für Verb im Infinitiv
NAM für Name   Vpps für Partizip Präsens
PLN für Ortsname   Vppt für Partizip Präteritum
ADJ für Adjektiv   Vcop für Kopula
ADV für Adverb   interPRON für Interrogativpronomen
NEG für Negation   persPRON für Personalpronomen
CONJ für Konjunktion   possPRON für Possessivpronomen
NUM für Numerale   demPRON für Demonstrativpronomen
INT für Interjektion   indefPRON für Indefinitpronomen
PRP für Präposition   relPRON für Relativpronomen
POSTP für Postposition         

Doppelkategorisierungen sind möglich: Sie erscheinen mit Schrägstrich.
Bei Erstgliedern von Komposita wird für einen Nominalstamm S eingegeben, für einen Verbalstamm V.
Die Unterscheidung in PN und NAM erfolgt nach eigenen Kriterien, die speziell für das Projekt erarbeitet wurden; die individuellen Bezeichnungen der deutenden Autoren werden hier nicht berücksichtigt. Auf die notwendige Übereinstimmung der verwendeten Bezeichnungen im Feld Syntax der Deutungsdatei und dem Feld Wortklasse in der Wortdatei wird dabei besonders geachtet.
Bei der Differenzierung von PN und NAM wurden folgende Kriterien verwendet:
PN bezeichnet auch andernorts belegte Personennamen.
NAM bezeichnet Personennamen, die sonst nirgends belegt sind; dies sind zumeist Beinamen, Runenmeisternamen, Herkunftsbezeichnungen u.ä., also Eigennamen, die weder als PN noch als PLN aufgefaßt werden können.

Numerus:
Das Auswahlfeld Numerus enthält folgende Eingabeoptionen:

Sg für Singular
Pl für Plural
Dual für Dual
0 für den Stamm von Kompositionserstgliedern und den Infinitiv von Verben

Kasus/Person:
Das Auswahlfeld Kasus/Person enthält Zahlenangaben (0, 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7), die sowohl für die grammatische Bestimmung der Nomina als auch der Verben eingesetzt werden können. Dabei steht:

0 bei Erstgliedern von Komposita für den Wortstamm
1 bei Nomina für den Nominativ / bei Verben für die 1.Pers.
2 bei Nomina für den Genitiv / bei Verben für die 2.Pers.
3 bei Nomina für den Dativ / bei Verben für die 3.Pers.
4 für den Akkusativ
5 für den Vokativ
6 für den Instrumental
7 für den Lokativ

Bei Pronomina, bei denen Kasus und Person angegeben werden müssen, erfolgt die Trennung der Angaben durch den Schrägstrich.

Genus:
Das Auswahlfeld Genus enthält die drei Eingabeoptionen:

M für Maskulinum
F für Femininum
N für Neutrum

In solchen Fällen, in denen nicht entschieden werden kann, um welches Genus es sich handelt, sind Mehrfachnennungen mit Schrägstrich möglich.

Tempus:
Im Auswahlfeld Tempus  sind folgende Eingabeoptionen vorgegeben:

prs.  für Präsens
prt. für Präteritum
prs.(med) für Präsens im Mediopassiv

Modus:
Das Datenfeld Modus enthält die Alternativen:

ind. für Indikativ
opt. für Optativ
inf. für Infinitiv
imp. für Imperativ

Deklination (Nominalflexion):
Das vorliegende Datenfeld enthält die Eingabeoptionen a-, ja-, wa-, -, j-, w-, i-, u-, an-, n-, n-, ter-, athemat., es-/os- sowie pron. und num.
Für die Flexionsangabe der Adjektive stehen zusätzlich die Optionen a-/- und ja-/j- sowie izn-/zn- (für Komparative) und ista-/sta- (für Superlative) zur Verfügung.
Bei Erstgliedern von Komposita erscheint in diesem Feld der Kompositionsfugenvokal.

Konjugation (Verbalflexion):
Das Feld Konjugation  enthält die Alternativen I bis VII und 1 bis 4, prt.prs., athem., suppl., irr. und ? (für Fälle, in denen die Flexionsklasse nicht bestimmt werden kann).

Wortbildung:
Das Datenfeld Wortbildung enthält folgende Alternativen:

Prim. für Primärbildungen (Wurzelnomina, primäre Verben, Primäradjektive)
Composition für Komposita
Derivation für Ableitungen
Kurzname wird zunächst bei allen Kurznamen eingegeben, auch wenn es sich bei ihnen um anderweitig bestimmbare Ableitungen handelt. Sie sollen zunächst gesammelt und später ausgewertet werden.
Lehnwort für Lehnwörter
? In allen Zweifelsfällen, in denen über die Wortbildung Unklarheit besteht, wird ein Fragezeichen eingegeben.
MEMO Bei unterschiedlichen Möglichkeiten der Wortbildung, bei denen keine Entscheidung getroffen werden kann, und in komplizierten Fällen, die zusätzlicher Erläuterung bedürfen, wird hier "MEMO" eingegeben. Dieser Eintrag verweist auf weiterführende Informationen im Feld Bemerkung.

Komposition:
Wurde im Datenfeld Wortbildung "Composition" angegeben, erfolgt in diesem Feld eine nähere Bestimmung des Kompositionstyps. Handelt es sich bei dem Wort nicht um ein Kompositum, bleibt das Feld leer. Es stehen momentan folgende Eingabeoptionen zur Verfügung:

Bahuvrhi für exozentrische Komposita
Det. comp. für Determinativkomposita
vb. Rect. comp. für verbale Rektionskomposita
Copulativcomp. für Kopulativkomposita
PN für zweigliedrige, nicht anderweitig bestimmbare Personennamen
Prefixcomp. für Präfixkomposita
MEMO In Fällen, in denen keine Entscheidung für einen Kompositionstyp getroffen werden kann, und bei komplizierten Fälle, die zusätzlicher Erläuterung bedürfen, kann mit dem Eintrag "MEMO" ein (zusätzlicher) Hinweis auf weiterführende Informationen im Feld Bemerkung gegeben werden.

Ableitung:
Wurde im Datenfeld Wortbildung "Derivation" angegeben, erfolgt in diesem Feld eine nähere Bestimmung des Ableitungstyps. Handelt es sich bei dem Wort nicht um eine Derivation, bleibt das Feld leer. Es enthält momentan folgende Ableitungsgruppen:

Deverbativa (DV):

DV:Nom.ag. für Nomina agentis
DV:Nom.act. für Nomina actionis
DV:Causativ für Kausativa
DV:Verb.n. für Verbalnomina

Denominativa (DN):

DN:subst.Adj. für substantivierte Adjektive
DN:Hypocor. für Hypokoristika
DN:Adj.abstr. für Adjektivabstrakta
DN:Deminut. für Deminutiva
DN:mov.Fem. für Movierte Feminina
DN:Patronymicon für patronymische Bildungen
DN:App. für Zugehörigkeitsbildungen
DN:Factitiv für Faktitivbildungen
MEMO In Fällen, in denen keine Entscheidung für einen Ableitungsstyp getroffen werden kann, und bei komplizierten Fälle, die zusätzlicher Erläuterung bedürfen, kann mit dem Eintrag "MEMO" ein (zusätzlicher) Hinweis auf weiterführende Informationen im Feld Bemerkung gegeben werden.

Affixe:
Wenn es sich bei einem Wort um eine Ableitung handelt, werden in diesem Feld die verwendeten Suffixe und Präfixe in germanischer Form, mit ihren bindevokalischen Varianten, angegeben. Auch die Stammsuffixe werden hier angegeben, sofern sie wortbildende Funktion haben. Wurzelerweiterungen werden hingegen nicht aufgenommen. Es wird im Hinblick auf die Variation -ja-/-ija- nicht zwischen kurzen und langen Stammsilben unterschieden.
Bis jetzt kommen u.a. folgende Suffixe vor:
-a-/--, -i-, -u-, -ja-/j-, -wa-/-w-, -ala-/-ila-/-ula-, -ana-/-ina-/-una-, -an-/-n-, -jan-/-jn-, -san-/-sn-, -isan-, -ilan-, -aa-/-ia-/-ua-, -inga-/-ing-, -ang-, -kn-, -a-/-i-/-u-, sowie Ø (=Nullsuffix).
Für Verben gibt es außerdem --, -ja- und -i-/-a- und für Präfixe ga- und un-. Diese Liste wird bei Bedarf ergänzt.

Ableitungsgrundlage:
Wenn es sich bei einem Wort um eine Ableitung handelt, wird in dieses Feld die Ableitungsgrundlage aufgenommen. Was den Sprachstand betrifft, wird dabei bis ins Urgermanische zurückgegangen. Nicht belegte Formen werden mit "*" markiert.
Bei Mehrfachableitungen werden die jeweiligen Ableitungsgrundlagen gestaffelt hintereinander mit Pfeilen angegeben. Im Feld Ableitungen wird in solchen Fällen nur die unmittelbare, in der Inschrift vorliegende Ableitung erfaßt.

Phonologie:
In diesen Feldern werden die phonetischen Veränderungen des Wortes verzeichnet, wobei als Ausgangsbasis die germanische Form gilt. Dabei wird der unten, im Feld Germanisch, angegebene Stand des Germanischen zugrundegelegt.
Um die Lautgesetze besser erfassen zu können, erfolgt eine Aufteilung in Haupt-, Mittel- und Endsilben, wobei bei Hauptsilben zusätzlich noch zwischen Vokal und Konsonant unterschieden wird. Wir erhalten also zunächst vier Felder:

Vok./Hs. Kons./Hs. Vok./Kons./Ms. Vok./Kons./Es.

Es wird außerdem eine Staffelung der Angaben in drei verschiedene Phasen durchgeführt:
1.) gemeingermanisch,
2.) nordwestgermanisch (Mit diesem Terminus soll aber nicht an eine bestimmte Theorie angeknüpft werden. Er dient lediglich als Bezeichnung für das Feld, in dem die phonetischen Veränderungen verzeichnet werden, die dem Nord- und Westgermanischen gemeinsam sind.),
3.) einzelsprachlich (nordgermanisch, südgermanisch, westgermanisch, gotisch, anglofriesisch).

Die Lautgesetze werden bei der Aufnahme der Wörter in die Wortdatei zunächst einmal erfaßt. Nach Abschluß der Datei soll der ganze Bereich der Phonologie noch einmal grundlegend überarbeitet und systematisiert werden. Die Eingaben in diese Felder sind momentan also weder vollständig noch in allen Bereichen einheitlich. Bei der Erfassung der lautlichen Veränderungen werden die von den deutenden Autoren angenommenen, anderweitig aber nicht dokumentierten Lautgesetze zunächst mit aufgenommen und entsprechend unserer Notationsweise wiedergegeben. Zusätzliche Erklärungen zu phonetischen Besonderheiten können in das Feld Bemerkungen aufgenommen werden. Ein Hinweis darauf erfolgt mit dem Eintrag "MEMO" im jeweiligen Phonologiefeld.

Gibt es in einer Silbe keine phonetischen Veränderungen, wird in das entsprechende Feld "/" eingegeben.

Für die Notation der Lautgesetze gilt grundsätzlich folgendes:
- sich ändernder Laut > geänderter Laut, z.B. ">"
- ersetzter Laut : ersetzender Laut (bei sekundären Entwicklungen, z.B. Analogie [= a.]), z.B. u:o (a.)
- mehrere aufeinanderfolgende Lautgesetze werden in einer Reihe notiert, z.B. "#>>u"
- bedingende Laute stehen in Klammern bei dem Laut, der sich ändert (also nur vor dem Pfeil), z.B. i-Umlaut: "e(i)>i"

verwendete Abkürzungen:

Ø für geschwundene Laute
# für Wortende oder -anfang
V für Vokale
C für Konsonanten
F für Frikative
D für Dentale

Auswahl bereits erfaßter Lautgesetze:

Germanisch:
Im Datenfeld Germanisch wird der rekonstruierte germanische Stamm des untersuchten Wortes angegeben. Der zugrundegelegte Stand des Germanischen ist dabei folgender:

Vokale:
- Es haben noch keine Umlaute stattgefunden.
- Die Lautwandel ei> und > haben schon stattgefunden.
- Der Sproßvokal u ist schon vorhanden.

Es wird also von folgendem Vokalbestand ausgegangen:

Konsonanten:
- Die erste Lautverschiebung ist durchgeführt.
- Verners Gesetz ist durchgeführt.
- Primärberührung ist bereits eingetreten.

Es wird also von folgendem Konsonantenbestand ausgegangen:

Ablaut:
Im Datenfeld Ablaut sind folgende Eingabeoptionen eingerichtet:

V für Vollstufe
A für Abtönung  
D für Dehnstufe
aD für abgetönte Dehnstufe
S für Schwundstufe
a/ō für eine Ablautstufe der a/-Reihe
? wenn die Ablautstufe unklar ist
/ wenn keine Ablautstufe angegeben werden kann

Wurzel:
In diesem Datenfeld erfolgt die Angabe der Wurzel des untersuchten Wortes in ihrer Normalstufe, wenn diese auch andernorts belegt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Wurzel in der Stufe angegeben, in der sie im vorliegenden Wort erscheint. Als Grundlage für die Ermittlung der Wurzeln werden Seebold (1970) und Heidermanns (1993) verwendet. Auch in diesem Feld verweist der Eintrag "MEMO" auf weiterführende Erläuterungen im Feld Bemerkungen.

Lexikon:
Hier können die Nachschlagewerke angegeben werden, in denen das vorliegende Wort selbst oder etymologisch verwandte Wörter behandelt werden und die als Hilfsmittel bei der Bearbeitung der Wortdatei verwendet wurden. Es werden folgende Abkürzungen verwendet (Seitenzahlen werden ohne Leerzeichen direkt an die Abkürzung angeschlossen):

P Pokorny, Julius. Indogermanisches etymologisches Wörterbuch. Bern, München 1959.
S Seebold, Elmar. Vergleichendes und etymologisches Wörterbuch der germanischen starken Verben. Den Haag 1970.
H Heidermanns, Frank. Etymologisches Wörterbuch der germanischen Primäradjektive. Berlin, New York 1993.
B Bammesberger, Alfred. Die Morphologie des urgermanischen Nomens. Heidelberg 1990.
L Lehmann, Winfred P. A Gothic Etymological Dictionary. Leiden 1986.
V de Vries, Jan. Altnordisches etymologisches Wörterbuch. Leiden 21962.
K Kluge, Friedrich. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 22. Auflage von Elmar Seebold. Berlin, New York 1989.

Bemerkungen (MEMO):
In diesem Feld können ausführlichere Informationen zu Besonderheiten oder Schwierigkeiten der Wortbildung und Phonologie, sowie zu den Einträgen in die Felder Germanisch, Wurzel und Übersetzung gegeben werden.

Übersetzung:
Jeder Worteintrag enthält eine deutsche und eine englische Übersetzung. "PN" werden nur wiedergegeben, "NAM" werden übersetzt. Gibt es für einen Personennamen verschiedene Deutungsmöglichkeiten, werden nach dem wiedergegebenen Namen auch die unterschiedlichen Übersetzungen angegeben. "PN" werden grundsätzlich in der Nominativform wiedergegeben; durch Hinzufügen eines bestimmten Artikels gibt es aber die Möglichkeit, den Kasus der vorliegenden Wortform zu markieren (z.B. Hnabdas = des HnabdaR). Mit dem Eintrag "MEMO" kann zusätzlich auf weitere Erklärungen im Feld Bemerkung verwiesen werden.

 

Die Literaturdatei

Literatur-Nr.:
fortlaufende Numerierung

Autor:
Hier werden Name und Vorname des deutenden Autors (ohne Abkürzungen) eingegeben.

Titel 1/Titel 2:
In diesen beiden Feldern müssen alle erforderlichen Angaben (außer Autor) untergebracht werden. Die Felder werden fortlaufend ausgefüllt, d.h. in Titel 2 wird nur dann etwas eingegeben, wenn der Platz in Titel 1 nicht ausreicht. Eine Kursivierung ist in diesen Feldern nicht möglich.

Eingabeformate:
Monographien: Titel. Erscheinungsort Jahr.
Aufsätze: Titel. In: Festschrift/Sammelband, (hg./ed.) Name, Vorname. Ort Jahr, Seitenzahlen.
oder: Titel. In: Zeitschrift, Band-Nr., Jahr, Seitenzahlen.

Alle Angaben (also auch Zeitschriftentitel) werden ausgeschrieben.
Bei Band-Nrn. wird nur die Zahl ohne "Bd." angegeben, bei Seitenzahlen ebenfalls nur die Zahlen ohne "S.".
Bei zwei Herausgebern eines Sammelbandes oder einer Festschrift werden beide angegeben; bei mehreren wird nur der erste et al. angegeben.
Bei mehr als zwei Erscheinungsorten werden nur die ersten beiden angegeben.
Namen von Verlagen werden nicht angegeben.
Nach den Satzzeichen stehen immer Leerzeichen.

Jahr:
Als Erscheinungsjahr wird die Jahreszahl angegeben, die auf dem Cover (des Sammelbandes oder der Zeitschrift) steht.

Abbildung:
Hier wird vermerkt, ob sich in der Publikation eine Abbildung der Inschrift befindet. Es stehen folgende Angaben zur Auswahl:

/ keine Abbildung
graph. für Zeichnungen
photo für Fotografien
graph.+photo für Zeichnung und Fotografie