Wortmaterial der Inschriften nach Wortklassen - Details

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Detailinformationen zum Wort mākija:

Wort: mākija  Wortklasse:
Kasus/Person: Numerus: Sg 
Tempus:   Modus:  
Konjugation:      
Germ. Stamm: mēkija-  Affixe:  
Wurzel: ? MEMO 
Übersetzung: Schwert  Lexikon: L250, V399 
Kommentar: Die heute als makija gelesene Sequenz auf dem Ortband von Vimose wurde in der älteren Literatur noch ohne die j-Rune als makia gelesen. Auf dieser Lesung basieren auch alle anderen Deutungen (vgl. *mākia (1)-(2), *Mākia und *māki). In der jüngeren Literatur herrscht nicht nur Einigkeit über die Lesung, sondern auch über die Deutung von mākija als Akk. Sg. von germ. *mēkija- 'Schwert' (vgl. bes. Krause/Jankuhn 1966, 58; Krause 1971, 104, 117; Antonsen 1975b, 32; Buti 1982, 85f.; Grønvik 1996, 9, 11; Grünzweig 2004, 59f.). Was die Etymologie betrifft, verweisen die Deuter auf an. mækir 'Schwert' (V399), got. *mēkeis 'Kurzschwert' (L250), ae. mǣce, as. māki 'Schwert'; eine etymologische Anknüpfung von germ. *mēkija- ist allerdings schwierig. Während Krause (1971, 60) noch an eine Entlehnung aus dem Altslawischen dachte, rechnet man heute eher mit einer Entlehnung aus dem Indo-Iranischen (Schulte 2002, 662; vgl. Grünzweig 2004, 59f. mit Anm. 60; V399, L250). Auch was den Vokal der Hauptsilbe betrifft, gibt es unterschiedliche Auffassungen: 1.) Krause (1971, 24) hält es für möglich, "daß die a-Rune wenigstens zur Zeit der ältesten Runeninschriften noch einen ǣ-Laut wiedergab, der freilich phonologisch nunmehr einem ā-Laut näherstand als einem ē-Laut. Später wurde daraus ein reiner ā-Laut" (vgl. auch Krause 1971, 135). 2.) Nielsen (2002a, 559; 2002b, 615) rechnet dagegen damit, daß es sich um einen ā-Laut handelt (vgl. Birkmann 2002a, 622). 

 

Das Wort mākija ist in folgenden Inschriften und Deutungen belegt:

1. Ortband 1 von Vimose (Fyn) (KJ22; DR205)
1. Deutung: mari ha Aala mākija 
  Übersetzung: möge der See haben - Aala[s] Schwert 
  Literaturangaben:

1. Lerche Nielsen, Michael et al. Vimose. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 32, (hg.) Beck, Heinrich et al. Berlin, New York 2006, 401-414.
2. Grünzweig, Friedrich E. Runeninschriften auf Waffen. Inschriften vom 2. Jahrhundert n. Chr. bis ins Hochmittelalter. Wien 2004.
3. Looijenga, Tineke. Texts and Contexts of the Oldest Runic Inscriptions. Leiden, Boston 2003.

2. Deutung: Māri hadi Alla mākija. 
  Übersetzung: Nimm in deine Hand, Alla, das Schwert Māriʀ! 
  Literaturangaben:

1. Marstrander, Carl Johan Sverdrup. De nordiske runeinnskrifter i eldre alfabet. Skrift og språk i folkevandringstiden. In: Viking, 16, 1952, 1-277 (=Særtryk af Viking 1952).

3. Deutung: mākija alamāriha 
  Übersetzung: [bewahre] das zu dem Hochberühmten gehörige Schwert 
  Literaturangaben:

1. Seebold, Elmar. Die sprachliche Deutung und Einordnung der archaischen Runeninschriften. In: Runische Schriftkultur in kontinental-skandinavischer und -angelsächsischer Wechselbeziehung. Internationales Symposium in der Werner-Reimers-Stiftung vom 24.-27. Juni 1992 in

4. Deutung: mākija mariha iala 
  Übersetzung: [nimm] dieses Schwert [entgegen], umherziehender Seemann! 
  Literaturangaben:

1. Grønvik, Ottar. Fra Vimose til Ødemotland. Nye studier over runinnskrifter fra førkristen tid i Norden. Oslo 1996.

5. Deutung: māri ... mākija 
  Übersetzung: berühmt ... Schwert 
  Literaturangaben:

1. Lerche Nielsen, Michael et al. Vimose. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 32, (hg.) Beck, Heinrich et al. Berlin, New York 2006, 401-414.
2. Stoklund, Marie. Die Runen der römischen Kaiserzeit. In: Himlingøje - Seeland - Europa. Ein Gräberfeld der jüngeren römischen Kaiserzeit auf Seeland, seine Bedeutung und internationalen Beziehungen, Lund Hansen, Ulla et al. København 1995, 317-346.
3. Stoklund, Marie. Von Thorsberg nach Haithabu. Ein Überblick über die dänischen Inschriften unter besonderer Berücksichtigung der möglichen Spuren von kulturellen und sprachlichen Kontakten nach außen. In: Runische Schriftkultur in kontinental-skandinavischer und
4. Moltke, Erik. Runes and Their Origin. Denmark and Elsewhere. Copenhagen 1985.
5. Moltke, Erik. Runerne i Danmark og deres oprindelse. København 1976.

6. Deutung: mākija māri(dē) Alla. 
  Übersetzung: Alla dekorierte (oder: machte berühmt) das Schwert. 
  Literaturangaben:

1. Peterson, Lena. Rez. Antonsen 2002b. In: Studia anthroponymica Scandinavica, 21, 2003, 99-104.
2. Antonsen, Elmer H. Runes and Germanic Linguistics. Berlin, New York 2002.
3. Stoklund, Marie. Die Runen der römischen Kaiserzeit. In: Himlingøje - Seeland - Europa. Ein Gräberfeld der jüngeren römischen Kaiserzeit auf Seeland, seine Bedeutung und internationalen Beziehungen, Lund Hansen, Ulla et al. København 1995, 317-346.
4. Nielsen, Niels Åge. Danske Runeindskrifter. København 1983.
5. Antonsen, Elmer H. The Graphemic System of the Germanic Fuþark. In: Linguistic Method: Essays in Honor of Herbert Penzl, (hg.) Rauch, Irmengard, Gerald F. Carr. The Hague 1978, 287-297.
6. Høst, Gerd. Rez. Antonsen 1975b. In: Norsk Tidsskrift for Sprogvidenskap, 31, 1977, 151-156.
7. Knirk, James E. Rez. Antonsen 1975b. In: Maal og Minne 1977, 172-184.
8. Antonsen, Elmer H. A Concise Grammar of the Older Runic Inscriptions. Tübingen 1975.

7. Deutung: Mārihai Alla mākija 
  Übersetzung: dem Māriʀ (=dem Berühmten) [schenkt/weiht] Alla das Schwert 
  Literaturangaben:

1. Grünzweig, Friedrich E. Runeninschriften auf Waffen. Inschriften vom 2. Jahrhundert n. Chr. bis ins Hochmittelalter. Wien 2004.
2. Düwel, Klaus. Runeninschriften auf Waffen. In: Wörter und Sachen im Lichte der Bezeichnungsforschung, (hg.) Schmidt-Wiegand, Ruth. Arbeiten zur Frühmittelalterforschung. Schriftenreihe des Instituts für Frühmittelalterforschung der Universität Münster, 1.
3. Krause, Wolfgang. Die Sprache der urnordischen Runeninschriften. Heidelberg 1971.
4. Krause, Wolfgang, Herbert Jankuhn. Die Runeninschriften im älteren Futhark. Göttingen 1966.

8. Deutung: Māri aih Alla mākija. 
  Übersetzung: Den Māriʀ (=den Berühmten) besitzt Alla als Schwert. 
  Literaturangaben:

1. Düwel, Klaus. Runeninschriften auf Waffen. In: Wörter und Sachen im Lichte der Bezeichnungsforschung, (hg.) Schmidt-Wiegand, Ruth. Arbeiten zur Frühmittelalterforschung. Schriftenreihe des Instituts für Frühmittelalterforschung der Universität Münster, 1.
2. Krause, Wolfgang. Die Sprache der urnordischen Runeninschriften. Heidelberg 1971.
3. Krause, Wolfgang, Herbert Jankuhn. Die Runeninschriften im älteren Futhark. Göttingen 1966.

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