Steckbrief: Stein von Skåäng (Södermanland, S)

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Inschrift:   harija(1?)leugaʀ(0-1?) |
Standardausgabe:   KJ85; Sö32
Archäologische Datierung:   /
Aufbewahrungsort:   in situ
Kommentar:   Inschrift: Auf dem Stein befindet sich auch noch eine Inschrift im jüngeren Futhark. Archäologische Datierung: Wegen der fehlenden Fundüberlieferung kann keine archäologische Datierung des Steins aus Skåäng vorgenommen werden.
Archäologischer Text:  

Stein von Skåäng

1. Fundgeschichte und Fundkontext
Der Runenstein von Skåäng, Vagnhärads sn. (heute Trosa-Vagnhärad, Södermanland) im westlichen Mündungsbereich des Svärdsfjärden, wurde erstmals von N. Sjöborg im Jahr 1830 abgebildet. Zunächst war jedoch lediglich die Inschrift des 11. Jh.s entlang der Steinkanten bekannt, bis H. Hildebrandt im Jahr 1867 die Inschrift im älteren Furthark entdeckte (Brate/Wessén 1924-1936, 22f.; Krause/Jankuhn 1966, 191). Der Stein befindet sich noch heute am Auffindungsort östlich von der Landstraße nach Gnesta, sein ursprünglicher Aufstellungsort ist jedoch unbekannt. Wegen seiner Form war der Stein für eine Aufstellung bestimmt.

2. Inschriftobjekt
Der rötliche Granitstein (Länge: 1,45 m; untere Breite: 0,78 m, obere Breite: 0,52 m) hat eine längliche, regelmäßige, sich leicht nach oben verjüngende Form (Brate/Wessén 1924-1936, 23; Krause/Jankuhn 1966, 191).

3. Anbringung und Zustand der Inschrift
Die nur flach aufgebrachte und zum Zeitpunkt der Entdeckung verwitterte, einzeilige Inschrift ist etwa mittig in Längsrichtung des Steins angeordnet. Die wikingerzeitliche Inschrift verläuft in einem Schlangenornament am Steinrand entlang.

4. Verbreitung und Datierung
Das Objekt gehört zu den insgesamt 21 mit Runen versehenen Steindenkmälern, die aus dem südlichen Teil von Schweden bis hin zu den Landschaften Uppland und Värmland bekannt sind (Schwedische Runensteine). Bei dem vorliegenden Stein handelt es sich um einen der beiden aus Södermanland bekannten Funde (vgl. das ca. 5 km südlich gelegene Berga). Wegen der fehlenden Fundüberlieferung kann keine archäologische Datierung des Steins aus Skåäng vorgenommen werden.

5. Kulturhistorische/Sozialgeschichtliche Deutung
Weil Angaben zur Fundherkunft fehlen, ist nicht zu ermitteln, ob der Stein einst zu einem kultur- bzw. sozialgeschichtlich bedeutsamen Fundplatz gehörte. Lundby, das Nachbargehöft Skåängs, ist anhand seiner Benennung als untergeordneter Bestandteil einer Hund-Einheit, d.h. eines Verwaltungs- und Gerichtsbezirks, mit einem zentralen Tuna-Gehöft gedeutet worden (Wijkander 1983; Andersson 2000b). Im vorliegenden Fall bedürfte es einer gesonderten Analyse, ob aus Skåäng oder Lundby aussagekräftige archäologische Befunde oder Funde vorliegen.

Literatur
Andersson 2000b; Brate/Wessén 1924-1936; Krause/Jankuhn 1966; Wijkander 1983.

Oliver Grimm (letzte Bearbeitung 2010)

 

 

 

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