Steckbrief: Ortband 1 von Vimose (Fyn, DK)

Diese Seite drucken
 
Inschrift:   mari(1?)a | (0-2?)ala | maki(0-1?)a |
Standardausgabe:   KJ22; DR205
Archäologische Datierung:   210-260
Aufbewahrungsort:   Nationalmuseet København (Inv.-Nr. C 11329)
Kommentar:   Fundort: In der älteren Literatur werden auch die Fundortbezeichnungen "Vi" und "Vi Moss" verwendet. Archäologische Datierung: Derartige Ortbänder (sog. Typ A der Dosenortbänder aus Metall und ohne ornamentale Durchbrüche) sind den Perioden C1 und C2 der jüngeren römischen Kaiserzeit (ca. 150/160-310/320) zuzuweisen. Aufgrund des genannten Datierungsrahmens gehört das Ortband der Opferung Vimose 3 an, die nach den detaillierten Untersuchungen von J. Ilkjær im Zeitraum von 210/220-250/260 vorgenommen wurde (Ilkjær 1990, 333-339; 1993, 374-386).
Archäologischer Text:  

Ortband von Vimose

1. Fundgeschichte und Fundkontext
Das im Jahr 1901 entdeckte Ortband entstammt dem Fundplatz von Vimose, d. h. einem dänischen Mooropfer.

2. Inschriftobjekt
Das runde bronzene Ortband – Ortbänder dienten zum Schutz des unteren Endes der hölzernen oder ledernen Schwertscheide – blieb im Rahmen der Opferzeremonie unbeschädigt.

3. Anbringung und Zustand der Inschrift
Beide Deckplatten des Ortbands verfügen über Inschriften, doch Vorder- und Rückseite, und damit die zu- oder abgewandte Inschriftseite, sind nicht zu bestimmen. Seite A verfügt über zwei durch einen Doppelstrich getrennte, gegenständige Zeilen, Seite B dagegen lediglich über eine Zeile (Stoklund 1995b, 329f.). Der Beschriftungszeitpunkt entzieht sich einer genaueren Bestimmung.

4. Verbreitung und Datierung
Das vorliegende, leicht ovale Stück (Größe: 3,2 x 2,7 cm) kann wegen der rundlichen Deckplatte, die über den Randbeschlag hinausreicht, dem sog. Typ A der Dosenortbänder aus Metall und ohne ornamentale Durchbrüche zugewiesen werden (Ilkjær/Lønstrup 1974; 1981, 55f.). In den Durchbohrungen saßen Niete, welche die Deckplatte am Randbeschlag befestigten. Derartige Ortbänder sind aus dem gesamten nordeuropäischen Gebiet bekannt und sind den Perioden C1 und C2 der jüngeren römischen Kaiserzeit (ca. 150/160-310/320 n. Chr.) zuzuweisen. Aufgrund des genannten Datierungsrahmens gehört das Ortband der Opferung Vimose 3 an, die nach den detaillierten Untersuchungen von J. Ilkjær im Zeitraum von 210/220-250/260 n. Chr. vorgenommen wurde (Ilkjær 1990, 333-339; 1993, 374-386).

5. Kulturhistorische/Sozialgeschichtliche Interpretation
Wegen der nur geringfügig jüngeren Zeitstellung, der Runenbeschriftung auf denselben Gegenstandsgruppen und der gleichlautenden Inschriften auf typengleichen Lanzen besteht ein enger Zusammenhang mit der Opferung von Illerup Platz A (von Carnap-Bornheim/Ilkjær 1996, 384-386; Ilkjær 1996, 71-74). Auch in Vimose 3 ist von einem Heer auszugehen, das sich in Südwest- bzw. Ostnorwegen und/oder Westschweden sammelte und Jütland angriff, jedoch die Schlacht verlor. Wegen der bronzenen Ausführung ist das Ortband dem mittleren Militärrang zuzuordnen, der in Illerup ca. 10-15% des Heeres ausmachte.

Literatur:
von Carnap-Bornheim/Ilkjær 1996; Ilkjær 1990; 1993; 1996; Ilkjær/Lønstrup 1974; 1981; Stoklund 1995b.

 

 

 

[weiteren Steckbrief ansehen]